Musik ist meine Farbe und das DJing mein Bild 🇩🇪

Hi DJ TimeLine! Wir freuen uns Dich für unser Interview gewinnen zu können. DanseMag ist schon super gespannt auf Deine Antworten! Toll, dass du dich dafür entschieden hast, einige Einblicke und Gedanken mit uns zu teilen!

Könntest du dich bitte zunächst mit einigen Worten vorstellen und uns sagen, wann und wie du dich dazu entschieden hast, als DJ und vor allem im Bereich Kizomba aktiv zu sein?

Ich bin Erdogan Ates, mein Spitzname ist Eddie oder auch Timeline. Ich bin 29 Jahre alt und komme aus Frankfurt am Main, Deutschland. Aufgewachsen bin ich in Deutschland, aber geboren bin ich in Ankara, Türkei. Ich habe in Deutschland studiert und bin von Beruf Erzieher seit 2015. Seit 2018 bin ich nebenberuflich Kizomba-DJ.

Musikgenre, die ich auflege, sind: Tarraxo/Tarraxa, Konpa, Urbankiz/Douceur, Afrobeats, Afrohouse, Ghettozouk, Traditionelle Kizomba/Semba und Hip-hop, RnB und Clubbing/Türkisch-Clubbing.

Als DJ wurde ich in der Kizomba-Szene im Jahr 2018 aktiv und legte das erste Mal auf einer kleinen selbst veranstalteten Party auf. Damals brachte mich meine damalige Freundin auf die Idee erneut als DJ aktiv zu werden. So leiteten wir alle Wege Richtung Kizomba-DJ zu werden ein. Ich kaufte mir meinen ersten DJ-Controller, den DDJ 400 von Pioneer und legte los.

Eine Zeit lang war mir aufgefallen, dass in den lokalen Partys wenig UrbanKiz/Tarraxo-Musik aufgelegt wurde und deshalb beschloss ich erstmal weiter dranzubleiben und der Community das zu geben, was sie will.

Was bedeutet Musik und DJing für dich?
Musik und Djing bedeutet für mich einfach gesagt: „Kunst“! Musik ist meine Farbe und das Djing mein Bild, das ich gestalte. Alles, was an Feedback von der Community zurückkommt, ist mein fertiges Bild, was ich live präsentiere oder für die Community zur Verfügung stelle.

DJ ist und bleibt letztendlich mein Hobby, wie viele andere Hobbys, wo ich versuche, es zu perfektionieren, Erfahrungen zu sammeln, Spaß zu haben und mit Menschen zu teilen, die es interessiert. Geld Verdienen ist nebensächlich.

Wir wissen, dass du auch tanzt. Wann hast du angefangen und wie bist du zum Tanz gekommen? Vor oder nach deiner DJ Tätigkeit? Wie hast du Kizomba kennengelernt? Hast du eine bevorzugte Musik oder Tanzrichtung?
Musik hat mich schon mein ganzes Leben lang begleitet. Zeitgleich gehörte das Tanzen dazu. Ich war nie in Tanzkursen o. Ä. Ich tanzte immer gerne für mich zur Musik, wie jeder andere Mensch auch. Früher vor mehr als 12 Jahren als ich aktiv in der Hip-Hop- und RnB- Community war, interessierte mich damals als Clubber immer schon, wie Djs die Musik gemixt hatten. Ich probierte viel zuhause am PC aus und mit der Software Virtuel DJ begann alles vor 12 Jahren. Ich kannte damals Kizomba noch gar nicht und schlagartig hatte sich das 2016 verändert.

Die Liebe!!

Damals hatte meine Freundin, die Tanzlehrerin war, Salsa, Bachata und Kizomba getanzt. Ich dagegen war der Hip-Hop-Tänzer. Ich fing daraufhin an, eine Zeit lang Salsa zu tanzen und übte fleißig 3 Monate lang bis ich Kizomba auf einer SBK-Party (Salsa-Bachata-Kizomba) entdeckte. Sofort hatte mich die Musik an RnB-Songs und Hip-Hop erinnert und getanzt wurde auch dazu. 2016 war Kizomba war für mich geboren. Ich wechselte sofort, allein wegen der Musik in die Kizomba-Community und ließ Salsa links liegen. Ich trainierte damals viel mit meiner Freundin/Tanzpartnerin und wir gingen anfangs viel auf lokale Partys und waren nicht sehr viel an internationalen Festivals beteiligt.

Ende 2018 kam dann die Idee auf, eigene kleine Partys zu starten, weil wir gemerkt haben, dass zu wenig Urbankiz/Tarraxo-Musik auf den lokalen Partys gespielt wird. So kam beim Organisieren der ersten Party die Idee auf, dass Ich der DJ sein sollte. Ich behauptete zwar, dass es lange her sei, dass ich gespielt hatte, und live aufgetreten bin ich auch nie zuvor. Ich wusste nicht wieso, aber ich willigte ein, die Rolle des DJs einzunehmen,, der ich mal in meinem Hobbykeller an meinem Pc mal war. Ich fing an mit Virtuel DJ erneut in die Praxis zu gehen und merkte schnell, dass meine Skills aus den letzten Jahren geblieben waren. Übergänge funktionierten laut meinem scharfen Gehör und meiner damaligen Freundin sehr gut.

Ich dachte mir nur, mit einem PC auflegen, NEIN – das ist nicht professionell. Ich suchte mir also ein Einsteigermodell, von Pioneer, das DDJ 400, aus und merkte sofort, dass ich in meinem Element bin und ich viel Spaß beim Üben hatte. Es funktionierte alles super und ich war glücklich.

Was bringt dir die meiste Freude beim DJen? Was für ein Gefühl bringt es in dir hervor?
Die Freude beginnt schon mit einem Booking für ein Festival oder Party. Auf der Bühne stehen, die Person sein, die im Rampenlicht steht und für die Stimmung und die tolle Musik sorgt, ja, das motiviert mich und macht mich schon fast süchtig. Die Musik bereitet mir Freude. Ich versuche eins mit der Musik zu werden. Wenn ich sehe, dass die Community meine Musik feiert und darauf getanzt wird; dann macht mich dieser Moment stolz, der Dj zu sein. Wenn ich die lächelnde Gesichter sehe, wirkt das wie ein Spiegelbild auf mich. Ich bin voller Endorphine und glücklich, in meinem Element zu sein.

Was liebst du am DJen so sehr und was macht für dich einen guten DJ aus?
Am DJen liebe ich die Vielfalt der Musikarten miteinander zu mixen und Übergänge perfekt und sauber miteinander zu kombinieren. Gute DJs sind meiner Meinung nach, die Menschen, die wirklich die Musik lesen können und Songs sogar ohne Kopfhörer spielen können. Musik lesen zu können, ist wie eine zweite Fremdsprache zu lernen und sie zu beherrschen und ich rede nicht vom textuellen Songinhalt. Ich glaube, das versteht man nur, wenn man viel mit Musik im Leben zu tun hat. Und dabei meine ich nicht Musik nur zu hören, sondern sich wirklich mit der Materie auseinander zu setzen. Gute DJs haben die Fähigkeit, Situationen gut einschätzen zu können und die dazugehörige Musik zum Stimmungsbild und der Körpersprache der Menschen, die auf der Tanzfläche tanzen, beurteilen zu können.

Mit den Jahren ist mir aufgefallen, dass DSs viel Kritik ausüben, wenn es darum geht, das Traditionelle Musik die wahre Musik der Kizomba-Szene ist und Urbankizmusik oder Tarraxo überhaupt keine Musik ist, worauf man Kizomba bzw. generell getanzt werden kann. Musik ist dynamisch und veränderbar. Alles leitet sich vom Ursprung ab und entwickelt sich weiter. Die damalige Semba-/Kizombamusik war der Beginn der heutigen Urbankiz-/Tarraxo-Sounds, die genauso heute wiederum in den Kizomba-/Semba-Bereich hineinfließen. Die Musik von heute kann Ursprung der Musik von morgen sein. Fakt ist, gute DJs sind offen für jegliche Art von Musik und fähig, jede Art von Musik abspielen zu können, denn Musik ist, was uns alle verbindet.

Worauf ich enorm viel Wert lege, ist, Übergänge nahtlos und sauber zu kreieren. Wer das kann, hat im Prinzip die Grundbasis des DJing verstanden und dürfte sich meiner Meinung nach als DJ bezeichnen.

Wie bereitest du dich auf eine lange Nacht des Djen vor, damit du durchgehend Energie und ein gutes Ohr hast?
Die Vorbereitung ist das wichtigste und auch die zeitaufwendigste Arbeit eines DJs. Ich habe eine sehr gute strukturierte Library, die weiter ausbaufähig und gut ergänzbar ist.

Alle Songs, jeder einzelne Titel wurde persönlich von mir analysiert, kategorisiert und für den Liveauftritt an bestimmten Stellen markiert, d. h. wenn ich den Song abspiele, weiß ich, wie ich vorzugehen habe, damit ein perfekter Übergang, laut meiner eigenen Musiktheorie, stattfindet.

Etwas, das wichtig ist, ist natürlich Schlaf. Vor dem Auftritt oder meiner Reise schlafe ich tagsüber, damit ich länger in der Nacht wach bleiben kann, besser konzentriert und fokussiert bin.

Wo siehst du Dich in der Zukunft (in den nächsten 5 Jahren)?
Meine Zukunft: Ich hoffe auf viel Support und dass ich gehört werde in den nächsten Jahren. Mein Wunsch war und ist es immer noch auf Weltreise zu gehen und hoffe damit, dass ich in den nächsten 5 Jahren viel unterwegs bin und viele Länder und Städte bereisen kann. Abends bzw. am Wochenende würde ich als DJ auflegen und tagsüber die Städte besichtigen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der auch gerne DJ werden möchte?Mein Rat wäre es, sich im Freundeskreis umzusehen oder eine Meinung einzuholen oder andere DJs zu beobachten, und sich die Frage zu stellen, ob wirkliches Interesse besteht und es realistisch für einen ist. Wenn man überzeugt ist, sollte man den Schritt machen erst mit ein oder mehreren Softwares, die als Freeware aus dem Internet beziehbar sind, sich ausprobieren. Bevor man sich auf professionelle Endgeräte stürzt. Oder man hat mit etwas Glück Freunde, die einen DJ-Mixer haben und die Möglichkeit besteht, sich ein Gerät auszuleihen, um damit üben zu können.

Versuche immer eine aufgeräumte Library zu haben und gut strukturiert zu sein.

Manchmal ist weniger mehr! Damit ist gemeint, das gerne Anfänger viele Effekte nutzen und sich ausprobieren, wenn sie live performen. Ratsamer ist es allerdings, die Zeit eher zu nutzen, die Effekte beim Üben auszuprobieren. Dann kann man diese im richtigen Moment nutzen, so dass erst gar kein Störfaktor beim Tanzen entsteht.

Last but not least – wo können wir mehr über dich erfahren? (Facebook, Instagram, etc.).

FacebookFanpage:       https://www.facebook.com/diskjokertimeline
Facebook:                https://www.facebook.com/profile.php?id=100008290808779
Instagram:                    djtimeline.kizomba
Soundcloud:                  https://soundcloud.com/timelinedj

Danke.

Le meilleur de Danse-mag avant tout le monde ?

Inscrivez-vous à notre newsletter!